Das Gutenberg - Museum 

 07. März 2016

Kanis

 

Wieder einmal zeigt sich, wie wichtig und unerlässlich es ist,

dass bauliche Notwendigkeiten – die von der Verwaltung und den internen Fachleuten aufgestellten Erfordernisse und Wünsche – einer konkreten Ausarbeitung und Darstellung zugeführt werden, –

dass ein Architekten-Wettbewerb durchgeführt wird.

 

Einem Wettbewerb, bei dem fachkundige Architekten uneingeschränkt und offen Ihre Ideen und Vorstellungen – kostenlos, nur die Preisträger bekommen Ihre Auslagen ersetzt(!) – nachvollziehbar ausgearbeitet und mit Zeichnungen und Modellen belegt einer Jury zur Bewertung vorlegen und der Öffentlichkeit zur Diskussion freigeben.

 

Erst solche Darstellungen und Einblick in die Gedankenwelt der beteiligten Verfasserermöglicht es den Bürgern und der Stadt ein vielschichtiges städtebauliches Problemeinzukreisen, vertiefend zu diskutieren und sich einer tragbaren Lösung zu nähern.

 

So ein neutrales Verfahren zeigt sich besonders dann erfolgreich, wenn nach der Offenlegung und Vorstellung der eingereichten Arbeiten sich zahlreiche Bürger und auch Fachleute melden und Stellung beziehen und wenn die Presse ausführlich informiert.

 

So ein mit einer hochrangigen Jury besetztes, aufwendiges, aber letztendlich kostengünstiges Wettbewerbsverfahren lohnt sich, wie bei wissenschaftlichen Untersuchungen, auch dann, wenn Erkenntnisse wachsen sollten und sich ergeben, dass letztendlich noch nicht die eindeutige und tragbare Richtung für die Fortentwicklung des Stadtgefüges gefunden wurde und ein weiteres Nachdenken, wenn ein neuer auf den gewonnenen Erkenntnissen aufbauender Ansatz erforderlich zu werden scheint.

 

Ein Wettbewerb setzt stets Wertmaßstäbe neu.

 

Auch im Fall des Gutenbergmuseums wurden in einem langwierigen Preisgerichtsverfahren alle von zahlreichen Architekten eingereichten Arbeiten begutachtet, - drei verschiedenartige Arbeiten herausgestellt, ausgezeichnet und in eine Bewertungsfolge gestellt.

 

Dieser Einordnung können insbesondere die Fachkollegen/innen ohne Wenn und Aber zustimmen.

 

Nur -  es bleibt doch ein schwerwiegendes Aber - es bleibt die Frage:

kann sich gegenüber dem mächtigen Dom und neben den bisher platzbeherrschenden historischen „Römischen Kaiser“ ein „neues Museum“ mit einem  E i n z e l b a u k ö r p e r

ohne verletzende Aufdringlichkeit und Attraktionssuchtbehaupten, -

dem zeitlosen Schell-Bau vorgesetzt werden?

 

Kann nicht der Weg zu einer rücksichtnehmenden "Selbstverständlichkeit in Bescheidenheit“ gefunden werden – und erst so unaufdringlich „Aufmerksamkeit der Weltgeschichte“ erzeugen?