Ein Rathaus, 

das Rathaus von Mainz .

                                                                     Hellmut Kanis 09. Februar 1974

 

„…denn ein Haus über das man nicht redet, ist meist nicht der Rede wert…“

schreibt Otto Weitling.

Und über das Rathaus von Mainz wird geredet, -

es wird dieses Bauwerk von Arne Jacobsen ( + 71 ) undOttoWeitling

als Provokation empfunden, als Bauskulptur gefeiert,

als Fremdkörper gescholten, als kristalline Form gewürdigt,

als zeitfremde  Repräsentationabgetan, als Persönlichkeit geachtet,

als eiskalte Nüchternheit abgelehnt, als Jahrhundertwerkbezeichnet,

als sture Perfektion verdammt, als gelungenes Meisterwerkregistriert,

als überteuertes Verwaltungsdenkmal gestempelt, alsarchitektonische Bereicherung anerkannt, -

es wird in Mainz – endlich einmal – über Architekturgesprochen, diskutiert und gestritten,  

es wird Architektur entdeckt.

 

Bürger und Gäste, ganze Berufsgruppen und Redakteure der sonst so sicheren und schnellen Feder werden durch diese Architektenleistung des ‚Meisters aus dem Norden‘ und seiner Partner zum Nachdenken geführt und zum Erforschen herausgefordert, -

sie werden gezwungen, sich immer wieder mit dem Thema ‚Rathaus‘,

dem Thema Rathaus in Mainz und der gebauten Wirklichkeit auseinanderzusetzen,

sie werden gezwungen, weiter zu verdammen, weiter zu loben, differenzierter zu werten, neu zu entdecken, zu erkennen und zu verstehen, Ablehnung zu überprüfen, zu festigen oder abzubauen, -

sie werden gezwungen, zu lernen, dass ein Gebäude diesen Anspruches eine Persönlichkeit darstellt, die zwar rasch vorgestellt, aber nach dieser ersten Vorstellung noch nicht voll erkannt und begriffen werden kann,- 

zu lernen, dass eine Persönlichkeit erlebt,  eine Beurteilung  gereift sein muss.

Zwar ist der dabei zu fordernde gewachsene Beurteilungs- und Erlebenszeitraum

über mindestens die ersten vier Jahreszeiten hinweg noch nicht verstrichen,  -

zwar sind erst wenige Wochen die Räume bezogen und die Benutzung von Ungewohntem hat noch nicht überall zum Selbstverständlichen geführt,

doch erscheint es nicht vermessen, schon nach wenigen Wochen einmal das zum Jahreswechsel Gesagte zu überprüfen.

 

Die in einer ‚Alles-möglich-Zeit‘ besonders verantwortungsbelastende schwierige Aufgabe war:

„…einer jahrhundertelang rathauslosen, historischen und gleichzeitig zukunftsorientierten Stadt am Zusammenfluss zweier Ströme ein zeitloses und zeitgemäßes, eine zurückhaltendes und anspruchsvolles, ein  unaufdringliches und nobles, ein menschliches und würdevolles Haus einer freien Bürgerschaft unverwechselbar und einprägsam für einen vorbestimmten Platz - allen  Bezugspunkten und -blicken gerecht werdend - in schöpferisches Originalität zu planen und zu errichten..“  

Es kann heute schon – kaum mehr bestritten – festgestellt und bestätigt werden,

„..dass hier mit bewundernswerter Kühnheit und großerEinfühlungserfahrung ein originales, nur für Mainz gültiges Bauwerk mit hohem Anspruch distanziert und doch verbindend in einen vorgegebenen, wertfrei betrachteten älteren und neueren Baubestand hilfreich schonend, in seiner Art ergänzend, eingefügt worden ist, - ohne eigenen Gestaltungsansprüche und – sprache aufzugeben oder abzumindern, ohne Auftrumpfen und Zugeständnisse an Gängigem, -

es ist gelungen, für diese Situation, an diesem Platz, fürdiese Stadt und für diese einmalige und unwiederholbare Aufgabenstellung die gemäße, - eine kristalline Form zu finden.“

 

Auch von den seinerzeit am Wettbewerb beteiligten Architekten kann heute unumwunden anerkannt werden, dass in dieser strengen Zurückhaltung und in der sowohl der Stadt, als auch dem Rhein zugewandten Form mit der schräggestellten gegliederten Hauptfront in urschöpfeischer Arbeit und mit großem Respekt dieser historischen Stadt und dem Dom gegenüber ein zeitlos gültiges Bauwerk geschaffen worden ist, -

„..bald wird man von dem Dom, dem Schloss  u n d  dem Rathaus sprechen…“

 

Otto Weitling erinnert in dem von Bruno Funk und Wilhelm Jung verfassten und von der Stadtverwaltung herausgegebenen und mit einem ausführlichen geschichtlichen Abriss, mit ausführlichen Daten und vielen Fotos versehenen Dokumentation  in seinen „Gedanken zum Neubau des Rathauses“ daran,

„..dass die Bauaufgabe ‚Rathaus‘ für die heutige Gesellschaft umso schwerer fällt,

da in der jüngeren Vergangenheit (1910 – 1950 ) keine nennenswerten Rathausplanungen in Deutschland entstanden sind….“

Zeitgeist und Entwicklung verschiedener Epochen werden von ihm durch die Rathäuser in Thorn, Alsfeld, Lübeck, Florenz, Siena, Kopenhagenund Hannover verdeutlicht und angesprochen, -

er bezieht aber auch ausführlich Stellung zur gemeinsamenArbeit und unternimmt den Versuch, Gestalt als Resultat stadtbildender,funktioneller und technischer Faktoren zu motivieren.

 

„Das neue Rathaus - schreibt Otto Weitling – sollte keinem Bruch mit der Tradition darstellen, sondern historische Kontinuität der öffentlichen Bauten weiterführen.

Es konnte also keine nach außen offen wirkende Strukturgeplant werden, wie dies in weniger typisch gewachsenen Städten möglich wäre,sondern es musste eine statisch wirkende, kubische Baugruppe geschaffen werden,deren detaillierte Aufteilung Beziehung zu den Dimensionen der alten Gebäude herstellten sollte. Dies musste mit den für den Aufbau des Hausescharakteristischen Mitteln erreicht werden und nicht durch klischeeartige Applikationen unnötigen Dekors…“

 

Lange Zeit war der Vorschlag der Architekten, einen hellen schwedischen Naturstein für die Verkleidung zu nehmen, heftig umstritten, - in einer veröffentlichen Stellungnahme schrieb für den Städtebaubeirat am 27.03.1971 der Verfasser u.a.

„.. Der Wert dieses Rathausentwurfes der Architekten Jacobsen und Weitling liegt doch insbesondere auch darin, dass trotz der notwendig werdenden, sehr großen und auch hohen, den Dom von großen Teilen des Rheinufers gegenüber aus bis hoch an die Türme heran verdeckenden Baumasse, eine betonte Zurückhaltung geübt, die Rheingoldhalle und das Hilton-Hotel als bestehendeTatsache berücksichtigt und das Gebäude weitnachbarlich dem Stadtgefüge eingeordnet wird.

 

Trotz der exponierten Lage wird weder in Form, noch mit  Farbe einem Vordrängen das Wort geredet, sondern auf die historischen Gebäude –den Dom, das Deutschhaus und das Kurfürstliche Schloss -  Rücksicht genommen, - ihre Darstellungskraft wird nicht überspielt.

Je weniger farbliche Annäherung an diese historischen Gebäude erfolgt, je heller und neutraler die Farbgebung gewählt wird,

um so mehr wird diese rücksichtnehmende gestalterische Absicht Wirklichkeit, -

um so mehr wird dem Rathaus dieser Zeit zum Selbstverständnis und eigener Behauptungskraft

- würdig und im Einklang mit den wertvollen historischen Gebäuden dieser Stadt –

verholfen…“

 

Otto Weitling schreibt über die inzwischen allgemein akzeptierte Wahl der Verkleidungen :

„…Der helle, gegen Verwitterung durch chemisch aggressive Luft besonders widerstandsfähige Naturstein ‚Porsgrunn‘ hebt die statisch, ruhig wirkenden kubisch geschlossenen Gebäudeteile und die Außenstützen gegendie dunkleren, bronzefarbenen Gitterzonen ab.

Die dadurch entstandene Reduzierung der nach außen hinsichtbaren Materialien unterstützt die ruhige Gesamthaltung des Hauses…“

Es bestätigt sich, dass diese fensterlosen Steinflächen der vielfarbigen, unterschiedlich und vielschichtig gegliederten Umgebung erst so das volle Lebens- und Nachbarrecht, das jeweilige Eigengewicht und Selbstverständlichkeit geben und sichern, -

dass erst so die reichgegliederten Fassaden der Bauten der Jahrhundertwende sich gesteigert und neu belebt neben der geschlossenen Flächen des Ratssaales markieren und modulieren können.

 

„…Stützen und Sonnenschutz werden aus formalen und milieumäßigen Gründen frei vor die Fassade gestellt..“ schreibt Otto Weitlingund erläutert weiter:

„..Freistehender Sonnenschutz ermöglicht trotz Klimatisierung die Anwendung von klaren Glas statt der sonst notwendigen gefärbten Reflektionsgläser. Somit können die dort arbeitenden Menschen natürliches Licht und damit die echten Farben umgebender Natur miterleben..“

 

Hier erhebt sich allerdings massiver Ein- und Widerspruch vor allem der in Räumen zum Innenhof arbeitenden Bediensteten, - von echten Farben und umgebender Natur keine Spur, -

kaum einmal am Tag ein Sonnenstrahl, - der „Sonnenschutz“ wird als Vergitterung empfunden, - fast während der ganzen Tageszeit wird die Beleuchtung angeschaltet und so Zwielicht erzeugt.

 

Die eingeschränkte Tageslichtausleuchtung wird durch den allgemeinen Eindruck von dunklen Zimmern verstärkt: hohe Stürze werfen lange Schatten auf die Decken der Räume, - unverständlich bleibt, wie dicht vor den bis auf den Boden reichenden großen Glasscheiben in ganzer Breite kommodenhohe Klimatruhen gestellt werden konnten, so dass dazu auch noch die Böden beschattetwerden.

Bei einigen Räumen mit zwei Fenstern im spitzen Innenhofeck stehen fast fensterbreit Stützen jeweils vor einem der Fenster, - hier fragt sich, ob die Raumeinteiler wussten, was sie tun. Überhaupt entsteht der Eindruck, dass an vielen Stellen eine zu dichte und kleinräumige Belegung der Gesamtkonzeption nicht gerecht wird und die variantenreichen Nutzungsmöglichkeiten nicht voll angenommen worden zu sein scheinen.

Die „Durchgängigkeit“ im Erdgeschoss wird bedauerlicherweise im wahrsten Sinne des Wortes „versperrt“     

 

Durch eine normalhohe Tür betritt und verlässt man unter Verzicht auf ein „Portal“ das Gebäude, - eine menschliche Geste -  „Weit über die Grenzen der Stadt hinaus ist Mainz als Ort großer Feste bekannt..“ konstatiert Otto Weitling, - und wie die Mainzer verstehen, Feste zu feiern und wie sie in großer Selbstverständlichkeit diesen auf gleicher Höhe mit dem gegenüber der Rheinstraße entstehenden großen Einkaufszentrum angehobenen Rathausplattformplatz anzunehmen bereit sind, zeigten sie in außerordentlich großer Zahl farbenfroh und aufgeschlossen in der Festwoche der Eröffnung, als die Garden trommelten, als Bürger und Stadträte aus Schüsseln einträchtig neben und mit einander heiße Erbsensuppe löffelten.

 

Auch der Alltag zeigt trotz des noch winterlichen Wetters,dass dieser neugestaltete Teil der Stadt, dass Rathaus und Rathausplatz angenommen sind, - nicht mehr wegzudenken ist der – vor allem von der Rheinbrücke und den gegenüberliegendem Ufer aus – faszinierende Anblick am Abend und in der Nacht auf diese wie eine sagenumwobenen Gralsburg sich gegenden dunklen Nachthimmel  - modulierend angestrahlt – vor dem Hintergrund mit den Türmen des Domes stehende Bauskulptur.

 

Es wurde hier die vielzitierte ‚Urbanität‘ geschaffen, - es wurde und wird die kühne und sichere Gestaltungskraft und das einfühlstarke Formvermögen von Arne Jacobsen auch in diesem seinen letzten großen Werk noch einmal und gesteigert deutlich und bestätigt.

 

Abschließend und zusammenfassend sagt und schreibt Otto Weitling:

„Es ist heute schwer geworden, städtische Gebiete mit hoher milieumäßiger und architektonischer Qualität zu schaffen. Denn das erfordert von allen Beteiligten über ihr Fachgebiet hinaus ein Einleben in die Problematik anderer Berufe. Ein solches gegenseitiges Verständnis aber ist heute durch die Abstraktion industrieller Bautechnik und damit verbundener Spezialisierungder einzelnen Berufe weitgehend verloren gegangen.

Die Qualität eines Hauses ist daher nicht allein abhängig von Planung und Koordinierung der Architekten, sondern ebenso von der positiven Mitarbeit aller, insbesondere vom Durchhaltewillen des Bauherren, der unter den heutigen Verhältnissen besonders stark sein muss. Ohne Verständnis des Bauherrn für die Qualität der Planung aber fehlt dem Architekten die  notwendige Rückendeckung zur Durchführung des Bauwerkes. Bei Misslingen kann die Schuld viele treffen, - bei Gelingen jedoch ist es daher sicher, dass der Bauherr wesentlich dazu beigetragen hat.

 

Wir glauben, auf Grundlage solchen Verständnisses einen Ort hoher Wertigkeit geschaffen zu haben, der öffentliches Interesse und vielleicht auch Diskussion wecken wird. Ein Für und Wider wäre schon ein positives Zeichen, - denn ein Haus, über das man nicht redet, ist meist nicht der Rede wert.

MAINZ . MAINZER . RATHAUS 

Rückblick   .     Gedanken    .     Hinweise      .     Anregungen

 

                                                                                      Kanis .  21. November 2012

 

Die im Zeitungs- und Beilagen-Artikel „Die kristalline Form“ auch erste Kritik aufnehmende  Besprechung des neuen Rathauses vom Dezember 1973 des Verfassers dieser Kolumne kam zu dem Ergebnis und endete mit der in Frageform gestellten Feststellung:

„… wird man nicht bald von dem Dom, dem Schloss  u n d dem Rathaus sprechen,

      wenn man Mainz meint ?..

So kam es auch, - Mut und Wagnis wurden belohnt und fanden Anerkennung,-

bei Historikern,  Fachleuten und in den Medien – außerhalb von Mainz.

Nur Mainzer, - viele Mainzer – versagten dem „kräftigen stolzen Bau ohne falsche Monumentalität“ (Arne Jacobsen) - den kühlen kristallinen Bau – ihre Zuneigung und Liebe, sie nahmen den gesamten Baukomplex „da vorn am Rhein“ nicht an.

Warum dies so war und ist, verlangt ein Nachdenken ohne Voreingenommenheit -

kein Nachhakeln, sondern ein kühles Aufspüren der Fakten und nüchterne Feststellungen:

„…An der empfindlichsten Stelle, wo Ernst Mays Generalbebauungsplan (1959) ausdrücklich eine niedrige Bebauung empfohlen hatte, erlaubte dieStadtplanung später die Höhe von acht Geschossen…“ - und damit eine Zerstörung des Rheinpanoramas,

(Helme Rahms 1974 )

Es entstand das Hotel Hilton und die auf einem Untergeschoß aufgesetzte und angeschlossene Rheingoldhalle,- für die noch freie, den Blick auf  den Rhein freigebende Fläche zwischen der voluminösen Halle und dem noch erhaltenen Fischtorblock mit seinen „Patrizierhäusern“ mußte nach dieser „Rheingold-Vorgabe“ für den dort später vorgesehenen Rathausbau eine Lösung gefunden werden, die einerseits die Uferzone nicht weiter und restlos zubaute und

andererseits den Repräsentationsbau als Solitär höhengerecht gegenüber der vielgesichtigen Umgebung sich absetzen und behaupten ließen.

 

Der zur Teilnahme an einem Architekten-Wettbewerb eingeladene bekannte und anerkannte dänische Architekt Arne Jacobsen stellte dabei eine überraschend klare Kompaktlösung vor, die einen genügend großen und großzügigen Freiraum zwischen Halle und Neubaus offenließ und auswies.  

Einstimmig und mit Abstand wurde ihm der 1. Preis zuerkannt.

Trotz des eindeutigen Votums und der ausdrücklichen Bauempfehlung des Preisgerichtes versuchte ein starker parteigebundener Teil des Stadtrates noch einmal an anderer Stelle eine Ansiedlung ins Spiel zu bringen und die  Ausführung in dem „dänisch-modernen“ Stil und der vorgeschlagenen Lage und Anordnung zu verhindern, -

Der Bauauftrag wurde dann aber doch – mit Mehrheit – erteilt.

In der Frühphase der Bauzeit verstarb der Altmeister, - viele redeten den Planern hinein und verhinderten, dass die Reinheit mancher Nutzungsgedanken und Vorstellungen auch verfolgt und umgesetzt wurden.

So die Vorstellung von einem „Offenen Rathaus“, das vom Rhein und dem Ufer her über eine große einladende Treppe betreten, der Ratssaal erschlossen, die vielseitig zu nutzenden Halle durchschritten, die Büroräume  in den Obergeschoßen erreicht und der Weghinaus auf die Plattform und in ein über eine Brücke erreichbaren Einkaufsbereichmit anschließenden Domplatz gefunden werden konnte.

Dieser Zugang und dieses Offensein blieben ungenutzt, - die Türenblieben verschlossen.

Eine Vorfahrt wurde ausgeschlossen.

Zu der abstandhaltenden Plattform gehörte vor der Halle eine Fußgängerbrücke zu den Omnibushaltestellen mit einer rheinseitigen rollstuhltüchtigen Spindelrampe.

Der Freiraum und Platz vor dem Rathaus wurde von der Stirnseite der Rheingoldhalle, von der später errichteten Front eines Kaufhauses und von der schräggestellten, diesem Freiraum zugewandten Front des Rathauses gebildet und begrenzt.

Dem Zusammenhalt dienend und zur städtebaulichen Verankerung mit dem damals schon vorgesehenen Einkaufszentrum wurden von den Rathausarchitekten in gleicher Handschrift und Material eine breite Brückenverbindung  geschaffen und ein turmartiges Vorgebäude vorgesetzt, -  dem historische EiserneTurm wurde respektvoll Platz und Mitte gelassen.

Diese fast mittige Freistellungdes alten Stadtturmes missachtend, ihn ignorierend und sichtmäßig abdeckend, wurde in den wohlproportionierten Freiraum eingegriffen,
 - er wurde durch einen glasumhüllten,die Garageneinfahrt abdeckenden Vorbau
   der Rheingoldhalle eingeengt, gestört und seiner Abstandsfunktion beraubt,
- das bis dahin freistehende, von Gästen und deren Stadtführungen besonders beliebte  eckpunktsetzende Rathauscafe  wurde abgedrängt und im Vorbau einbezogen,
- die Behindertenrampe ersatzlos abgebaut,
- die Fußgängerbrücke zu den Omnibushaltestellen an der Quintinsstraße abgerissen
- und danach kein neuer Zugang auf die Plattform, zum neuen Eingang der
  Rheingoldhalle und zum Rathausvorgesehen und geschaffen.

 

Wo und wie soll da Zuneigung und Liebe der Mainzer für „Das da vorne“ entstehen?

Das respektierteRathaus

                                                                                     12.12.12. Kanis

 

Respekt hat noch nichts mit Liebe zu tun,-

Respekt gegenüber einem Gebäude hat etwas

mit dem Umgang, der Belegung und der Nutzung zu tun,

Respekt hat etwas mit Geist und Haltung zu tun.

 

Das Rathaus in Mainz – geliebt oder gescholten – stellt eine Persönlichkeit dar,

eine Persönlichkeit, die Respekt verlangt - und verdient, -

der Umgang mit so einer Persönlichkeit verlangt ein Eingehen und Rücksichtnahme auf Eigenheiten und auf „Kanten und Ecken“.

 

Wenn so ein Gebäude  behutsam gepflegt und saniert werden muss,

dann sollte es „den Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts angepasst werden“.

 

Zu den Bedürfnissen gehört die Freundlichkeit den Bürgern gegenüber,-

gehört Helligkeit und Weiträumigkeit, -

nicht der Zwang, mehr Nutzfläche,  mehr Mitarbeiter und Arbeitsplätze auszuweisen.

 

Das Rathaus in Mainz verlangt neben der Repräsentation, dass es funktional genutzt und „bewohnt“ wird:

 

RATHAUSGEDANKEN IV

G ES A M T B E L E G U N G  

                                                                                   Kanis    .  27.November 2012

 

Wenn über die Unterbringung aller Bediensteten und die Belegung von denbisher genutzten Gebäuden und Häusern nachgedacht wird, dann sollte auchdarüber nachgedacht werden, ob diese Neben-und Zusatzgebäude des Rathauses auch„Rathauscharakter“ haben oder so gesehen werden, - es sollte möglichst angestrebtwerden und gelingen, den Bedarf an und mit nur e i n e m Gebäude oderGebäudekomplex  –  möglichst im Zentrum der Stadt  -  abzudecken.

 

Dazu ein Vorschlag:

 

Die Stadt pachtet oder mietet das Gebäude der (bisherigen) Landesbank und Girozentrale in der Großen Bleiche an und gestaltet einen verkehrsfreien, gemeinsam mit dem Museum genutzten Vorplatz.

 

Die Stadtverwaltung wäre dann in zwei Gebäuden untergebracht, die beide gleiche Gestaltungs-Grundprinzipien aufweisen:

Vorgestellte, der Ruhe und  der Vereinheitlichung dienende Gestaltungselemente, -

die Rasterelemente vor den Fensterfronten beim Rathaus, die (tragenden) Rundstützen vor  Fensterbändern bei der Landesbank.