Das Rathaus in Rotterdam

20. Dezember 2015

 

Während in Mainz „der Versuch, die Sanierung des Mainzer Rathauses auf ein möglichst breites Fundament zu stellen, scheiterte“ (AZ 3.12.15) und nur mühsam ein Koalitionsbeschluss, demnächst einen begrenzten Betrag für die nötigsten Reparaturen vorzusehen, festgeschrieben werden konnte,

baut sich Rotterdam „ein verblüffendes, neues Rathaus und zeigt, wie politisch Architektur heute sein kann“ (DIE ZEIT, 10.12.15),
- der Bau wurde am vergangenen Freitag eingeweiht und von Architekt Reinier de Graaf übergeben.

 

Dieser Rathausbau ist das Ergebnis einer breit geführten offenen Diskussion, -

mit dem Ergebnis einer Gemeinschaftsterrasse hoch oben, darunter Wohnungen in verschiedenen Größen, daneben Cafés und Läden

und im unteren Teil die Amtsräume, ein Museum der Stadtgeschichte und die Polizei.

 

Diese stadtpolitisch geführten Mischüberlegungen würden nach Mainz übersetzt bedeuten,

dass im Dachgeschoss ein öffentliches Café und Restaurant mit einer darüber liegenden Aussichtsplattform zu denken wären, darunter Räume für Hochschulen und Verbände,

Firmensitze und Repräsentationsflächen für Stadtgeschichte und Touristik

und erst in den unteren Geschossen Verwaltungsräume und im Erdgeschoss die Sitzungsräume, der Ratssaal und eine sich zum Rathausplatz öffnende Halle für Bürger.

 

Auch wenn diese Vorstellungen und Umbauten als Utopien abgetan werden können,

so bleibt doch die Aufgabe und Pflicht über die Nutzung und Umnutzung des Gebäudes und die Gestaltung des Umfeldes nachzudenken und schon jetzt voraus zu planen.

 

Mit der dringend notwendigen Trockenlegung der Rathausgarage und des Rathauses,

sowie womöglich der Beseitigung der Unterspülung von Kaimauern, kann, sollte und müsste schon jetzt ganz unabhängig von den anderen Reparaturarbeiten im Gebäude begonnen werden, - schon damit dann durch die Beseitigung der hier anstehenden finanziellen Unwägbarkeiten klare Ausschreibungen und Kalkulationen für die freigegebenen Reparaturarbeiten aufgestellt und angefertigt werden können.

 

Ganz unabhängig von den technischen Reparaturmaßnahmen ist die Frage nach der Gestaltung des Umfeldes, des gäste- und empfangsfreundlichen Uferbereiches,

der rheinseitigen Erschließung und festliche Vorfahrt für die Rheingoldhalle und das Rathaus

von eminenter Bedeutung und Wichtigkeit für die Zukunft der Stadt, -

für das Gesicht der Stadt.

 

Darüber müsste diskutiert und damit schon jetzt begonnen werden, -

auch um so „den Kongressstandort auszubauen und im Wettbewerb mit anderen Städten,

insbesondere aus dem Rhein-Main-Gebiet, fortan bestehen zu können“ (AZ, 4.12.15)