Kaniskolumne                                                                                      Dezember  17 

              D e r   B ü r g e r e n t s c h e i d

                                 Gutenbergmuseum

 

Ende November diskutierte der Stadtrat über eine zeitlich nahe und finanzgesicherte Erweiterung des Gutenbergmuseums, die Einbindung in den Liebfrauenplatz und den schrittweisen Ausbau zu einem „Weltmuseum“, -

herabgezogen, verkürzt und eingeengt zu der Frage:
Turm – ja oder nein

 

Es kam zu dem Beschluss,

in diese Fragerichtung – Frageformulierung im Januar 2018 – einen Bürgerentscheid durchzuführen.

 

Dafür allein können der Aufwand, die zeitliche Verzögerung und die Kosten

für einen   B ü r g e r e n t s c h e i d   nicht verantwortet werden.

 

Unbestritten ist - und ohne Gegnerschaft -, dass die bestehenden Gebäudeteile des Museums saniert und - der wachsenden Bedeutung des Museums entsprechend - durch weitere Flächen ergänzt werden müssen.

 

Dafür gab es einen Wettbewerb, - einen preisgekrönten Wettbewerb, dessen Auswertung und Überprüfung durch “die Stadt“ sich an der populistischen Frage: „Turm oder nicht“ festgefahren hat.

 

Ganz gleich und unabhängig davon,

wie man zu dem hohen Schrägwandgebäude, der Gestaltung der Buchstabenwand und der Form des Treppen- und Aufzugsturms steht,

erhebt sich die von Verantwortung getragene
G r u n d f r a g e ,

wie und auf welchem Weg kann die Erweiterung und der Ausbau finanziert und realisiert werden, -

andere Themen – Bäume in der Stadt – dürfen dabei nicht eingemischt und eingeschoben werden.

Die Frage besteht und bleibt:

wie kann ein „Weltmuseums-Komplex“ in dem Liebfrauenplatz -alt und neu-eingegliedert und eingebunden werden, - mit welchen Bauabschnitten, - zeitnah.

Für den Weg dahin liegt der prämierte Vorschlag vor,

zunächst einmal ein tunnelerschlossenes Vorgebäude (den „Bibelturm“) zu erstellen

und dies dann als Aushängeschild für die Werbung um Finanzmittel für die eigentliche Baumaßnahme heranzuziehen und als Aufbruch-Signal zu nutzen.

(Noch liegen keine Rundumansichten und ein Gestaltungsplan für den Liebfrauenplatz, noch keine nachvollziehbare Kostenschätzung für diese Erstbaumaßnahme vor.)

 

Auch wenn die schon „angebrauchten“ 5,1 Millionen Euro dafür – und die Platzgestaltung? – reichen sollten ( externe Baufachleute bezweifeln das ), verstreichen mit einer Sperr- und Baustellenzeit mitten auf dem Platz mindestens zwei Jahre, sodass frühestens erst ab 2021 mit der Werbeaktion - mit leerer Kasse? –

b e g o n n e n werden kann, -

mit dem Bau und Erstellen der dringend notwendigen Nutzungsflächen nach einer erfolgreichen und tragfähigen Sammelaktion noch viele Jahre später.

 

Um den derzeit bestehenden starken „Willen zum Tun“ aufrecht zu erhalten und dem Museum zu helfen, muss aber jetzt – im Jahr 2018 – ein Signal errichtet und gesetzt und mit einer landes- und bundesweiten, einer

europäischen und weltweiten Sammelaktion begonnen werden, -

dafür gibt es einen weiterentwickelten konkreten, mit Handskizzen belegten und auch schon veröffentlichen Alternativ-Vorschlag:

 

statt durch das Bauen und Setzen eines umstrittenen Turmgebäudes auf ein gestalterisches und finanzielles Abenteuer einzugehen,

sollte im Abstand zum „Römischen Kaiser schon 2018 ein eindeutiges haushohes Gutenberg-Signal, eine Skulptur – die in Stein gehauene Bibel –

aufgerichtet, der davorliegende Bereich des Liebfrauenplatzes gestaltet und fertiggestellt werden und das Museum schon jetzt ein „Gesicht“ bekommen.

 

Das Bild dieses respektvoll neben dem Römischen Kaiser freistehenden und von allen Seiten weithin sichtbaren Ausrufezeichens – dazwischen später ein großzügiger „weltoffener“ Eingang - kann so schon im nächsten Jahr für eine sorgfältig vorbereitete und angelegte Sammelaktion genutzt und „in alle Welt“ als Symbol hinausgetragen werden, -

durch die Baueinsparungen stünden für diese Aktion ausreichende Beträge zur Verfügung.   

Statt den Bibelturmstreit durch eine Bürgerbefragung weiter anzufachen und jegliche Baumaßnahme auf unbestimmte Zeit zu verschieben,

sollten die vorliegenden Skizzen überprüfbar aufgearbeitet und dem Stadtrat in der ersten Sitzung im neuen Jahr zur Entscheidung vorgelegt werden.