Die Theodor-Heuß-Brücke

November 2018


In den Überlegungen im Rahmen der Streckenführung der „City-Bahn“ zwischen Wiesbaden und Mainz wird von Politikern und Planern gedanklich die heute schon  verkehrsüberlastete Theodor-Heuß-Brücke mit einbezogen und durch diese Straßenbahn zusätzlich belastet, -

statt diese Stadtbrücke als bisher einzige  innerstädtische Verkehrsverbindung in Frage zu stellen.

 

Dabei gehört es zu einer freien Zukunftsplanung,  sich erst einmal von einschränkenden Vorbelastungen – also von alten Gewohnheiten und vorhandenen Gegebenheiten - zu lösen und sich

mit noch so gewagten „Utopien“ an reale Lösungsmöglichkeiten heranzutasten.

 

Es widerspricht  aller Vernunft,  den heutigen – stark gewachsenen - Verkehrsstrom zwischen beiden Stadtteilen in Mainz-Kastel durch Wohngebiete nabelschnurartig in die Mitte zu führen, dort  zu konzentrieren und dann in Mainz  ebenfalls aus der Mitte heraus nach beiden Seiten Anschluss an das Straßensystem zu suchen.

 

Die Mitte beider Stadtteile sollte von dem hereinbrechenden Verkehrsstrom und von dem täglich – vor allem früh und abends - entstehenden Verkehrsstau befreit,

die historische Stadtbrücke  als „Residenzbrücke“  verkehrsfrei ausgewiesen

und  diese den Fußgängerbereichen auf beiden Seiten zugeordnet werden.

 

Bei den  planerischen Überlegungen und Gedanken sollte man  dort Straßenverbindungen, sei es als Brücke oder Tunnel, suchen und vorsehen,

wo durch die inzwischen entstandene Wohn- und Gewerbebebauung gegenseitiger Verkehr entsteht.

 

Die Mitten der Städte sollten entlastet und verkehrsarm geplant werden.

 

Die Kosten für diese neuen innerstädtischen Entlastungen und Verbindungen können von keiner der beiden Städte – auch nicht gemeinsam – aufgebracht und getragen werden, - da müssen schon die beiden Länder und der Bund mit einsteigen.

 

In der Kolumne „Blick auf Mainz“ vom Januar 2012 wird nach der Zukunft gefragt, -

in der Kolumne „Die Zukunft von Mainz“ vom April 2017 steht als Antwort:

„…Dazu gehört die Beseitigung des brutalen Verkehrsstrom in der Rheinstraße und in der Rheinallee und des Autoverkehrs in der Großen Bleiche, -

die Entlastung und Entbindung der Theodor-Heuß-Brücke als verkehrskonzentrierende mittige Verbindung zwischen Mainz-Kastel und Mainz, -

die Schaffung  von innerstädtische Bereiche entlastender Verbindung zu den neuen Wohn- und Gewerbegebieten auf der Kasteler Seite im Bereich und im Zusammenhang mit der Neuordnung und Bebauung im Zollhafenbereich…“


Und in der Kolumne vom Dezember 2017 wird gemahnt und gefragt:

„Noch ist es unbestimmt und unklar, wohin diese alte ehrwürdige Stadt am Rhein steuert ….“


Es bleibt die Frage: „Mainz am Rhein –eine Stadt am Rhein?“